Dubai Telegraph - Taiwan auf Krieg vorbereitet

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Taiwan auf Krieg vorbereitet




Seit Jahren erhebt die Volksrepublik China Anspruch auf die demokratische Insel Taiwan. Unter Präsident Xi Jinping hat Peking die militärischen und wirtschaftlichen Drohgebärden verschärft – Marine‑ und Luftmanöver rund um Taiwan, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen sind an der Tagesordnung. Angesichts dieser Bedrohung reagiert Taiwan mit einer grundlegenden Umgestaltung seiner Verteidigungspolitik, die auf Abschreckung, Resilienz und die Einbindung der gesamten Gesellschaft setzt.

Han‑Kuang‑Übungen – realistische Kriegssimulationen
Taiwans jährliche "Han‑Kuang"‑Manöver sind das Herzstück dieser Strategie. Bei der 41. Auflage im Juli 2025 dauerte die Übung erstmals zehn Tage; mehr als 22 000 Reservisten wurden einberufen, doppelt so viele wie im Vorjahr. Das Militär übte nicht nur amphibische Landungen, Luft‑ und Seeangriffe sowie die Abwehr einer Seeblockade. Erstmals wurden die Szenarien ungesteuert, also ohne vorher festgelegten Ablauf, durchgespielt. Urban‑Warfare‑Übungen fanden mitten in taiwanischen Städten statt: Soldaten und Reservisten übten Häuserkampf, während Zivilisten das Verhalten bei Raketenangriffen, Erste Hilfe und die Ausgabe von Hilfsgütern trainierten.

Die Übungen beinhalteten auch sogenannte Grauzonen‑Szenarien. Simuliert wurden Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Misinformationen in sozialen Medien und Zwischenfälle mit chinesischen Küstenwachschiffen. Ein Höhepunkt war der Einsatz neu beschaffter amerikanischer Waffensysteme: Patriot‑Flugabwehrraketen, mobile HIMARS‑Raketenwerfer, Javelin‑ und Stinger‑Lenkwaffen sowie Abrams‑Kampfpanzer. Die "Porcupine Strategy" – die Stachelschwein‑Strategie – zielt darauf ab, mit zahlreichen, schwer zu bekämpfenden Abwehrmitteln einen potenziellen Invasor abzuschrecken und hohe Verluste zuzufügen.

Zivile Verteidigung und gesellschaftliche Resilienz
Die taiwanische Führung setzt nicht nur auf militärische Stärke, sondern auch auf die Bereitschaft der Zivilbevölkerung. Präsident Lai Ching‑te gründete 2025 einen "Whole‑of‑Society Defense Resilience Committee" (Komitee für gesamtgesellschaftliche Verteidigungsresilienz), das mit umgerechnet rund 5 Milliarden US‑Dollar ausgestattet ist. In fünf Bereichen – Ausbildung der Zivilverteidigungskräfte, Bevorratung strategischer Güter, Schutz kritischer Infrastruktur, soziale Absicherung und medizinische Versorgung, sowie Cybersicherheit – sollen Zivilisten trainiert und logistische Kapazitäten aufgebaut werden. Die Wan‑An‑Luftschutzübungen und Min‑An‑Katastrophenübungen wurden zu "Urban Resilience Exercises" zusammengeführt, bei denen städtische Notfallpläne erprobt werden. Supermarktketten wie PX Mart proben, wie Kunden in unterirdische Schutzräume geleitet und dort versorgt werden.

Die Nachfrage nach Erste‑Hilfe‑ und Krisenmanagementkursen ist enorm. Nichtregierungsorganisationen wie Kuma Academy und Forward Alliance sind seit Monaten ausgebucht und unterrichten Freiwillige im Umgang mit Verletzten, im Brandschutz und in der Bekämpfung von Fehlinformationen. Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, plant das Innenministerium die Ausbildung von mehr als 50 000 Zivilverteidigungshelfern und möchte die bis zu 70 Jahre alten Behördenmitarbeiter durch jüngere Freiwillige ergänzen.

Wehrpflicht und Modernisierung der Streitkräfte
Um genügend Personal für eine langwierige Verteidigung bereitzustellen, wurde die Wehrpflicht 2024 von vier Monaten auf ein Jahr verlängert. Die ersten Rekruten starteten ihren Dienst im Januar 2024 und werden seitdem intensiver ausgebildet. Neben Schießübungen nach US‑Vorbild steht der Umgang mit modernen Waffensystemen wie Stinger‑Flugabwehrraketen und Panzerabwehrlenkwaffen auf dem Programm. Die Maßnahme soll die Gefechtsbereitschaft erhöhen und die Reservekräfte stärken.

Parallel dazu steigert Taiwan die Verteidigungsausgaben. Für 2026 sind rund 949,5 Milliarden Neue Taiwan‑Dollar (etwa 31 Milliarden US‑Dollar) eingeplant, was 3,32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht – ein Anstieg um mehr als 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals wird auch die Küstenwache im Verteidigungshaushalt berücksichtigt, weil sie bei der Abwehr von Blockaden und bei Zwischenfällen mit der chinesischen Marine eine wichtige Rolle spielt. Seit 2016 sind die Militärausgaben um knapp 77 Prozent gestiegen, was den Willen zur Selbstverteidigung unterstreicht.

Eigene U‑Boote, Flugzeuge und Waffenprogramme
Taiwan bemüht sich, seine Abhängigkeit von ausländischen Waffenlieferungen zu verringern und gleichzeitig moderne Technologie zu beschaffen. Im Herbst 2025 lief das erste indigen entwickelte Diesel‑Elektro‑U‑Boot "Hai Kun" zu Probefahrten aus. Es wiegt 2 500 Tonnen, kann bis zu 350 Meter tief tauchen und ist mit amerikanischen MK48‑Torpedos ausgerüstet; künftig sollen auch UGM‑84 Harpoon‑Flugkörper integriert werden. Bis 2029 sollen acht U‑Boote dieser Klasse entstehen, um chinesischen Seestreitkräften im Taiwan‑Meerengenbereich heimlich entgegentreten zu können und jede Blockade kostspielig zu machen.

Darüber hinaus arbeitet die Regierung eng mit den USA zusammen: Washington beschleunigt die Lieferung von 66 neuen F‑16V‑Kampfjets, die wegen Produktionsverzögerungen erst 2026 in die Testphase gehen sollen; HIMARS‑Raketenwerfer wurden bereits früher geliefert als geplant. Gleichzeitig investiert Taipei in die inländische Rüstungsindustrie: Es werden mobile Raketenbatterien, Anti‑Schiff‑Lenkwaffen und Minensysteme entwickelt, die im Falle eines amphibischen Angriffs einen tödlichen "Teppich" legen sollen.

Drohnen als Teil der Porcupine‑Strategie
Unbemannte Systeme gelten als Schlüsselkomponente der asymmetrischen Verteidigung. Bei einer Messe im Juli 2025 präsentierten taiwanische Firmen See‑ und Luftdrohnen wie "Carbon Voyager 1", "Black Tide I" und "Sea Shark 800". Diese kleinen unbemannten Boote können Sprengsätze transportieren und gegnerische Schiffe behindern, während Schwärme kleiner Multikopter und Starrflügler die Bewegungen feindlicher Truppen überwachen und Angriffsmöglichkeiten eröffnen.

Das Verteidigungsministerium in Taiwan kündigte an, 2026 und 2027 insgesamt fast 50 000 Drohnen zu bestellen. Dabei werden mehrere Kategorien von Multikoptern und Starrflüglern beschafft, die komplett in Taiwan produziert werden sollen; chinesische Komponenten sind ausgeschlossen. Die Zielzahl von knapp 50 000 unbemannten Systemen ist ambitioniert, wird aber von Experten als Mindestmaß angesehen, da moderne Kriege hohe Verlustraten bei Drohnen verursachen. Präsident Lai spricht von einem "asiatischen Drehkreuz" für Drohnentechnologie, in dem staatliche Stellen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten.

Fazit: Abschreckung durch Entschlossenheit
Die massive Aufrüstung, die Intensivierung der Reservistenübungen, das umfangreiche Zivilschutzprogramm und die Modernisierung der Rüstungsindustrie zeigen, dass Taiwan eine mögliche chinesische Invasion ernst nimmt. Die Insel versucht, ihre Verwundbarkeit durch eine vielschichtige Verteidigungsstrategie zu verringern: Moderne Waffensysteme sollen eine Invasion verlangsamen und hohe Kosten verursachen; eine motivierte, gut ausgebildete Bevölkerung soll im Ernstfall weiterkämpfen, auch wenn die regulären Streitkräfte ausgelastet sind. Gleichzeitig steht Taiwan im Zentrum des geopolitischen Wettbewerbs zwischen den USA und China – Washington unterstützt militärisch und technologisch, während Peking mit immer aggressiveren Manövern droht.

Ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, einen Angriff zu vereiteln, bleibt allerdings im Angesicht der militärischen Übermacht Chinas offen, und ob die USA den Staat Taiwan gegen die Atommacht China verteidigen, ist im Angesicht des mordend ruchlosen Staatsterrorismus Russlands gegen die Ukraine, ebenfalls mehr als fraglich!
Unabhängig davon sendet Taiwan mit seiner "Stachelschwein"‑Doktrin und der breiten Mobilisierung der Gesellschaft ein eindeutiges Signal: Die Insel ist bereit, sich zu verteidigen.



Vorgestellt


WakeBASE-Sprung vom Dubai Infinity Pool

Das Projekt mit dem Namen "WakeBASE" beinhaltete eine einzigartige Kombination aus Drohnen-Wakeskating und BASE-Jumping.Schauplatz dieses Kunststücks war das Address Beach Resort in Dubai, dessen Infinity-Pool 294 Meter über dem Meeresspiegel liegt und damit den Guinness-Weltrekord hält.Grubbs Herausforderung begann mit einem 94 Meter langen Wakeskating über den Pool auf dem Dach, wobei er von einer speziell entwickelten Drohne gezogen wurde.Der Stunt gipfelte in einem BASE-Sprung vom Rand des Pools, bei dem Grubb 77 Stockwerke hinabsprang, bevor er erfolgreich am Strand landete. Diese Leistung war die Verwirklichung von Grubbs siebenjährigem Traum und ein historischer Meilenstein im Extremsport.Um sich auf "WakeBASE" vorzubereiten, unterzog sich Grubb einem rigorosen Training mit der BASE-Sprunglegende Miles Daisher.Obwohl er im Dezember 2022 erst 26 BASE-Sprünge absolviert hatte, absolvierte Grubb 106 Sprünge während seines Trainings, das in Idaho, USA, und Lauterbrunnen, Schweiz, einem renommierten BASE-Sprungort, stattfand.Das Projekt umfasste auch eine Partnerschaft mit Prada, das maßgeschneiderte, für die Anforderungen von Wakeskating und BASE-Jumping optimierte Kleidung zur Verfügung stellte.Die Drohne, die bei diesem Stunt zum Einsatz kam, wurde von einem Team unter der Leitung von Sebastian Stare mit spezieller Hard- und Software entwickelt, die auf die Anforderungen von "WakeBASE" zugeschnitten ist.Die Wahl des Address Beach Resorts in Dubai war von strategischer Bedeutung, da der hohe Infinity-Pool und das architektonische Layout sowohl für den Wakeskate-Lauf als auch für den BASE-Sprung ideal waren.

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Chinas gigantischer Vorsprung

Während in Deutschland Aktenordner mit Gutachten, Einsprüchen und Ausschreibungsunterlagen in den Behörden verstauben, setzen in China bereits die ersten Züge, Flugzeuge oder Ströme von Wasser ihre Reise durch neue Großprojekte fort. Dieser Kontrast ist keine moralische Bewertung, sondern der sichtbarste Unterschied zwischen zwei Systemen. Die Bundesrepublik ringt mit maroder Infrastruktur, komplizierten Genehmigungsprozessen und politischen Grabenkämpfen, während Peking mit atemberaubender Geschwindigkeit Brücken, Tunnel, Städte und Solarkraftwerke aus dem Boden stampft.Der Tunnel unter dem Bohai-MeerEin Beispiel für diesen Vorstoß ist der geplante Unterwassertunnel unter der Bohai-See, der die Hafenstädte Dalian und Yantai miteinander verbinden soll. Mit einer Länge von rund 120 Kilometern wäre er der längste Unterseetunnel der Welt. Die Fahrtzeit zwischen beiden Städten soll künftig nicht mehr sechs bis acht Stunden über Fähren oder lange Straßenumwege betragen, sondern nur noch etwa vierzig Minuten. Geplant sind zwei parallele Röhren für Hochgeschwindigkeitszüge, die mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde durch das Gestein rasen. Ingenieure entwickeln spezielle Sensoren, wasserdichte Kammern und Notinseln, um dem seismisch aktiven Gebiet gerecht zu werden. Während Europa seit Jahrzehnten über eine lediglich drei Kilometer lange Brücke über die Meerenge von Messina debattiert, treibt China ein Projekt voran, das fast vierzigmal so lang ist und die Wirtschaftskraft ganzer Regionen enger vernetzen soll.Der Zug der ZukunftChina verfügt bereits über das weltweit längste Netz für Hochgeschwindigkeitszüge. Die Verbindung von Peking nach Guangzhou erstreckt sich über rund 2 300 Kilometer. Ein Zug nach Lhasa erklimmt Höhen von 5 000 Metern. Nun wagt sich China an einen Zug, der nicht mehr an die Atmosphärenluft gebunden ist: In Harbin im Nordosten soll demnächst eine Versuchsstrecke für einen Magnetschwebebahn‑Zug entstehen, der in einem teilvakuumierten Tunnel auf bis zu 1 000 Kilometer pro Stunde beschleunigt wird. Diese Geschwindigkeit wäre mehr als doppelt so hoch wie bei der aktuellen Transrapid‑Strecke in Shanghai. Der Betreiber World Artery sieht in dem Projekt einen Durchbruch für den Personen‑ und Güterverkehr, die Technologie könnte den Flugverkehr auf mittleren Distanzen ersetzen. Herausforderungen liegen in der Sicherheit der Passagiere und den immensen Baukosten. Gleichwohl zeigt das Projekt, wie ehrgeizig China die Grenzen der Ingenieurskunst verschiebt.Die Umleitung der FlüsseNicht nur Züge rollen in Rekordzeit, auch gewaltige Wassermassen werden umgeleitet. Seit dem Jahr 2014 fließen im Rahmen des Süd‑Nord‑Wasserumleitungsprojekts Milliarden Kubikmeter Wasser vom wasserreichen Yangtze ins trockene Nordchina. Bis Mai 2026 wurden mehr als 88 Milliarden Kubikmeter in Richtung Peking und weitere Metropolen geleitet, nahezu 200 Millionen Menschen profitieren davon. Der Osten‑ und der Zentralarm der gigantischen Anlage versorgen 48 Großstädte, die Wasserqualität liegt laut Regierung durchgängig auf hohem Niveau. Allein die zentrale Route hat über 78 Milliarden Kubikmeter transportiert. Rund 13 Milliarden Kubikmeter dienten als ökologische Auffrischung, wodurch Flüsse wieder aufgefüllt und Grundwasserspiegel angehoben wurden. In Europa wäre eine Umleitung dieser Größenordnung unvorstellbar – hier werden Pipelines über wenige Kilometer bereits von Bürgerinitiativen und Umweltauflagen ausgebremst.Solarkraft auf dem MeerAuch im Bereich der erneuerbaren Energien setzt China Maßstäbe. Vor der Küste der Provinz Shandong hat der staatliche Energiekonzern eine schwimmende Solaranlage mit einer Leistung von einem Gigawatt ans Netz angeschlossen. Die Anlage besteht aus fast 3 000 schwimmenden Plattformen auf einer Fläche von über 1 200 Hektar, ist über ein 66‑Kilovolt‑Seekabel mit dem Festland verbunden und verfügt über ein integriertes Energiespeichersystem sowie Fischzuchtbecken. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,2 Milliarden US‑Dollar soll die Anlage jährlich rund 1,78 Terawattstunden Strom liefern – genug, um Millionen Menschen mit sauberer Energie zu versorgen. Europa plant derweil kleinteilig und streitet über den Bau einzelner Windparks; in China wird ein ganzer Solarpark auf dem offenen Meer errichtet, der Fischerei, Energiegewinnung und Netzstabilität miteinander verbindet.Deutschland zwischen Stillstand und ErneuerungDie Lage in Deutschland wirkt im Vergleich dazu trist. Ein Brückeneinsturz bei Dresden im Jahr 2024 und Risse auf dem Berliner Stadtring, die jahrelange Sperrungen nach sich ziehen, stehen exemplarisch für den Zustand der Infrastruktur. Öffentliche Investitionen liegen seit Jahrzehnten auf einem Tiefstand; nach Angaben des Deutschen Instituts für Urbanistik beträgt der Anteil der öffentlichen Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt heute weniger als die Hälfte im Vergleich zur Hochphase der 1970er Jahre. Die Folgen sind spürbar: Jede vierte Person in Deutschland hat keinen Zugang zu öffentlichem Nahverkehr, die Deutsche Bahn musste im vergangenen Jahr rund zweihundert Millionen Euro Entschädigungen wegen Verspätungen zahlen. Großprojekte wie der Bahnhof Stuttgart 21 oder der Hauptstadtflughafen BER wurden von Kostenexplosionen und jahrelangen Verzögerungen begleitet.Die Ursachen sind vielfältig: ein Dickicht aus Bau‑ und Vergaberecht, das selbst Kommunen lähmt; ein Personalmangel in Verwaltungen und Bauwirtschaft, weil viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen; und eine politische Kultur, die den Konsens sucht, aber Entscheidungen verzögert. Eine Umfrage des Urbanistik‑Instituts ergab, dass in rund sechzig Prozent der Kommunen Bauprojekte aufgrund rechtlicher Vorgaben mindestens um ein Jahr verschoben werden müssen. Gleichzeitig belasten die Energiewende und die Digitalisierung die Investitionsbudgets zusätzlich; allein der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird auf mehr als eine Billion Euro geschätzt.Was der Vergleich lehrtDer Blick nach China zeigt, wie Zukunft gestaltet werden kann, wenn politischer Wille, staatliche Finanzierung und technologische Ambition zusammentreffen. Das bedeutet nicht, dass europäische Standards für demokratische Mitsprache, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit über Bord geworfen werden sollten. Chinas Megaprojekte werden von massiven Umweltfolgen und der Umsiedlung ganzer Dörfer begleitet, und nicht jede Schnellbaumaßnahme wäre hierzulande wünschenswert. Doch der Vorsprung ist so deutlich, dass er unsere eigene Trägheit entlarvt. Während China an einem Tunnel von 120 Kilometern Länge plant, stauen sich in Deutschland die Akten für eine Ortsumgehung; während ein Magnetschwebebahn‑Zug mit 1 000 Kilometern pro Stunde getestet wird, diskutieren wir über Nachtzüge; während Millionen Menschen im Norden Chinas über einen Wasserkanal versorgt werden, drohen bei uns Dürresommer und sinkende Grundwasserspiegel.Es geht nicht darum, chinesische Praktiken zu kopieren, sondern darum, aus ihnen zu lernen: Genehmigungsverfahren zu straffen, Planungs‑ und Bauzeiten zu verkürzen und zugleich Umwelt‑ und Sozialstandards hochzuhalten. Die Technologie steht bereit, das Kapital ebenfalls; es fehlt der Mut zur Umsetzung. Chinas neues Megaprojekt ist kein Science‑Fiction, sondern Realität – und es hält uns den Spiegel vor. Wenn Europa und insbesondere Deutschland nicht endlich ins Handeln kommen, wird der Rückstand von gefühlten hundert Jahren bald sehr real sein.