Dubai Telegraph - Chinas gefährliche Schieflage

EUR -
AED 4.177611
AFN 75.068136
ALL 93.600987
AMD 417.107118
AOA 1042.995504
ARS 1702.657162
AUD 1.627297
AWG 2.050163
AZN 1.932764
BAM 1.952383
BBD 2.291121
BDT 140.424257
BHD 0.428912
BIF 3395.13765
BMD 1.1374
BND 1.46749
BOB 12.802989
BRL 5.824508
BSD 1.137524
BTN 109.045484
BWP 15.618286
BYN 3.263318
BYR 22293.031134
BZD 2.287816
CAD 1.60612
CDF 2570.522996
CHF 0.931539
CLF 0.027236
CLP 1072.067528
CNY 7.702586
CNH 7.694872
COP 3654.919706
CRC 517.696306
CUC 1.1374
CUP 30.141088
CVE 110.754303
CZK 24.161552
DJF 202.138421
DKK 7.47528
DOP 66.195074
DZD 151.365465
EGP 57.679352
ERN 17.060993
ETB 181.955485
FJD 2.536685
FKP 0.853775
GBP 0.855728
GEL 2.985653
GGP 0.853775
GHS 13.244983
GIP 0.853775
GMD 84.16787
GNF 9969.307167
GTQ 8.679772
GYD 237.903081
HKD 8.919544
HNL 30.453898
HRK 7.536368
HTG 148.703038
HUF 359.679796
IDR 20553.719746
ILS 3.475662
IMP 0.853775
INR 109.006781
IQD 1489.993407
IRR 1563924.377948
ISK 142.800262
JEP 0.853775
JMD 179.965061
JOD 0.806427
JPY 186.185226
KES 147.236707
KGS 99.46526
KHR 4595.094055
KMF 493.630963
KRW 1667.325445
KWD 0.352838
KYD 0.947979
KZT 540.541674
LAK 25762.100186
LBP 101854.129895
LKR 382.510605
LRD 206.466444
LSL 19.14263
LTL 3.358445
LVL 0.688002
LYD 7.285047
MAD 10.648908
MDL 19.992804
MGA 4899.354451
MKD 61.42251
MMK 2388.014822
MNT 4084.995148
MOP 9.188422
MRU 45.553262
MUR 53.844427
MVR 17.572664
MWK 1975.662695
MXN 19.843596
MYR 4.649464
MZN 72.700866
NAD 19.142715
NGN 1552.356737
NIO 41.696814
NOK 10.993598
NPR 174.465685
NZD 1.968992
OMR 0.437331
PAB 1.137529
PEN 3.870002
PGK 4.998869
PHP 70.175848
PKR 316.026407
PLN 4.320532
PYG 6878.961798
QAR 4.144855
RON 5.233222
RSD 117.427424
RUB 88.742525
RWF 1667.427737
SAR 4.262619
SBD 9.191445
SCR 16.526612
SDG 683.005581
SEK 11.062826
SGD 1.468616
SLE 27.553518
SOS 650.021978
SRD 42.915236
STD 23541.874236
STN 24.96592
SVC 9.953581
SZL 19.142846
THB 38.242781
TJS 10.499841
TMT 3.980898
TND 3.370135
TRY 53.853935
TTD 7.725548
TWD 36.74415
TZS 2998.757331
UAH 51.087996
UGX 4271.581055
USD 1.1374
UYU 45.68006
UZS 13654.481435
VES 843.155877
VND 29930.669097
VUV 135.451013
WST 3.135038
XAF 654.836941
XAG 0.019449
XAU 0.000279
XCD 3.073879
XCG 2.050112
XDR 0.813729
XOF 654.004647
XPF 119.331742
YER 271.326574
ZAR 19.0571
ZMK 10237.960466
ZMW 21.255457
ZWL 366.24219
  • MDAX

    140.9700

    32106.5

    +0.44%

  • SDAX

    47.1000

    18276.38

    +0.26%

  • TecDAX

    38.7900

    3808.76

    +1.02%

  • Goldpreis

    11.6000

    4082.4

    +0.28%

  • Euro STOXX 50

    1.2700

    6282.21

    +0.02%

  • EUR/USD

    -0.0002

    1.1373

    -0.02%

  • DAX

    262.0300

    25361.03

    +1.03%


Chinas gefährliche Schieflage




Wer Chinas wirtschaftliche Leistungsfähigkeit an Elektroautos, Batterien, Robotern und künstlicher Intelligenz misst, kann leicht zu einem beeindruckenden Ergebnis kommen. Das Land verfügt über eine industrielle Infrastruktur, die in vielen Zukunftsbranchen weltweit ihresgleichen sucht. Chinesische Hersteller entwickeln neue Fahrzeugmodelle in immer kürzeren Abständen, dominieren große Teile der Batterieproduktion und treiben die Automatisierung ihrer Fabriken mit hohem Tempo voran. Zugleich entstehen leistungsfähige KI-Systeme, die zeigen, dass China technologisch keineswegs nur aufholt, sondern in einzelnen Bereichen selbst Maßstäbe setzt.

Doch hinter dieser glänzenden Oberfläche verbirgt sich eine wirtschaftliche Schieflage, die weder mit einem neuen Elektroauto noch mit einem leistungsfähigeren Algorithmus beseitigt werden kann. China hat kein grundsätzliches Problem damit, Waren herzustellen. Es hat ein Problem damit, im eigenen Land genügend Käufer für diese Waren zu finden.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten machen den Widerspruch sichtbar. Während die chinesische Industrieproduktion im Mai 2026 weiter zulegte und die Hochtechnologieproduktion besonders kräftig wuchs, gingen die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr zurück. In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der klassische Einzelhandel lediglich um 1,4 Prozent. Die Industrieproduktion legte im selben Zeitraum um 5,4 Prozent zu. Die Exporte stiegen noch deutlich stärker.

China produziert damit schneller, als seine eigene Bevölkerung konsumiert. Genau darin liegt das strukturelle Problem. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat über Jahrzehnte ein Modell perfektioniert, das Investitionen, Infrastruktur, Industrie und Exporte begünstigt. Die Einkommen und die soziale Absicherung der privaten Haushalte hielten mit diesem Produktionsapparat jedoch nicht Schritt.

Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft mit zwei Geschwindigkeiten. Auf der einen Seite stehen hochautomatisierte Fabriken, moderne Hochgeschwindigkeitszüge, riesige Solarparks, leistungsfähige Elektroautos und KI-Rechenzentren. Auf der anderen Seite stehen verunsicherte Familien, junge Menschen mit schwierigen Berufsaussichten, überschuldete Immobilienentwickler und Kommunen, deren wichtigste Einnahmequellen wegbrechen.

Die chinesische Führung hat dieses Ungleichgewicht inzwischen selbst erkannt. Selbst in amtlichen Wirtschaftsberichten ist von einem ausgeprägten Missverhältnis zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage die Rede. Die Diagnose ist eindeutig. Die Lösung fällt dennoch schwer, weil sie nicht allein eine Frage der Konjunktur ist. Sie berührt die grundlegende Verteilung von Einkommen, Vermögen und wirtschaftlicher Sicherheit.

Über viele Jahre war die eigene Wohnung für chinesische Familien weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Immobilien dienten als Altersvorsorge, Kapitalanlage, Statussymbol und Voraussetzung für familiäre Sicherheit. In einem Finanzsystem mit begrenzten Anlagealternativen floss ein erheblicher Teil der privaten Ersparnisse in Wohnungen. Steigende Immobilienpreise vermittelten Millionen Haushalten das Gefühl, wohlhabender zu werden, selbst wenn ihre laufenden Einkommen nur mäßig zunahmen.

Seit dem Beginn der Immobilienkorrektur im Jahr 2021 funktioniert dieser Mechanismus in die entgegengesetzte Richtung. Sinkende Preise vermindern das Vermögen der Eigentümer. Unverkaufte Wohnungen belasten die Bilanzen der Entwickler. Unfertige Projekte erschüttern das Vertrauen potenzieller Käufer. Familien, die hohe Summen für Immobilien aufgebracht haben, deren Marktwert inzwischen deutlich niedriger liegt, reagieren nicht mit zusätzlichem Konsum. Sie sparen mehr.

Dass Wohnungen billiger werden, löst das Problem daher nicht automatisch. In einem stabilen Markt können niedrigere Preise neue Käufer anziehen. In einem fallenden Markt erzeugen sie häufig das Gegenteil. Wer mit weiteren Preisrückgängen rechnet, verschiebt den Kauf. Wer um seinen Arbeitsplatz fürchtet, nimmt keine langfristige Hypothek auf. Wer nicht sicher sein kann, ob ein vor Baubeginn bezahltes Projekt tatsächlich fertiggestellt wird, hält sein Geld zurück.
Die Immobilienkrise trifft außerdem nicht nur Eigentümer und Bauunternehmen. Sie zieht sich durch weite Teile der Wirtschaft. Stahlhersteller, Zementproduzenten, Möbelunternehmen, Haushaltsgerätehersteller, Makler, Banken und Versicherer hängen direkt oder indirekt vom Wohnungsbau ab. Gleichzeitig verlieren lokale Verwaltungen Einnahmen, weil sie über Jahre einen beträchtlichen Teil ihrer Haushalte mit dem Verkauf von Landnutzungsrechten finanziert haben.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 brachen diese Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent ein. Damit geraten ausgerechnet jene regionalen Behörden unter Druck, die Schulen, Verkehrswege, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Leistungen finanzieren sollen. Sinkende Einnahmen erzwingen Sparmaßnahmen, neue Gebühren oder zusätzliche Verschuldung. Jede dieser Reaktionen kann die Vorsicht der privaten Haushalte weiter verstärken.

Es entsteht ein Kreislauf. Die Immobilienkrise schwächt das Vermögen der Familien. Die Familien konsumieren weniger. Die schwächere Nachfrage belastet Unternehmen. Unternehmen senken Preise, verschieben Investitionen oder halten sich bei Neueinstellungen zurück. Unsichere Arbeitsplätze führen wiederum zu noch höheren Ersparnissen. Der technologische Fortschritt kann diesen Vertrauensverlust nicht auf Knopfdruck rückgängig machen.

BYD verkörpert diesen Widerspruch besonders deutlich. Das Unternehmen ist zu einem Symbol für Chinas industrielle Stärke geworden. Es produziert Batterien, Fahrzeugkomponenten und komplette Autos in enormem Umfang und hat traditionelle Hersteller in vielen Bereichen unter Druck gesetzt. Im Jahr 2025 verkaufte BYD weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge. Dennoch ging der Jahresgewinn erstmals seit mehreren Jahren zurück.

Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich die Lage. Der Gewinn brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55,4 Prozent ein, der Umsatz sank um 11,8 Prozent. Im Juni gingen die Verkäufe im chinesischen Heimatmarkt erneut deutlich zurück, während das Auslandsgeschäft nahezu eine Verdoppelung erreichte. Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass BYD vor dem Scheitern steht. Das Unternehmen verfügt über technologische Fähigkeiten, eine weitgehend integrierte Lieferkette und eine wachsende internationale Präsenz. Die Zahlen zeigen jedoch, dass selbst ein führender Konzern der chinesischen Binnenmarktschwäche nicht entkommt.

Chinas Autoindustrie leidet unter einem ruinösen Wettbewerb. Hersteller bringen immer neue Modelle auf den Markt, senken Preise und statten selbst preiswerte Fahrzeuge mit Funktionen aus, die früher der Oberklasse vorbehalten waren. Für Kunden erscheint das zunächst vorteilhaft. Für die Unternehmen sinken jedoch die Gewinnspannen. Zulieferer geraten unter Druck, Händler bleiben auf Fahrzeugen sitzen und schwächere Hersteller werden zunehmend von lokalen Hilfen oder günstigen Krediten abhängig.

Das Problem besteht nicht in mangelnder Innovation. Es besteht in einer industriellen Kapazität, die der tatsächlichen Nachfrage davongelaufen ist. Der Export wird dadurch zum notwendigen Ausweg. Chinesische Autobauer, Batteriehersteller, Solarunternehmen und Maschinenbauer müssen ihre Produkte verstärkt im Ausland verkaufen, um Fabriken auszulasten und Marktanteile zu sichern.

Damit wird eine innere wirtschaftliche Schieflage zu einem internationalen Konflikt. Andere Staaten sehen sich mit günstigen chinesischen Waren konfrontiert, deren Preise nicht nur auf hoher Produktivität beruhen, sondern auch auf massivem Wettbewerb, staatlicher Förderung, günstiger Finanzierung und Überkapazitäten. Zölle, Einfuhrbeschränkungen und industriepolitische Gegenmaßnahmen sind die Folge.

Je stärker der chinesische Binnenmarkt schwächelt, desto größer wird der Druck, überschüssige Produktion ins Ausland zu lenken. Je erfolgreicher diese Exportoffensive ist, desto heftiger fällt die politische Gegenwehr in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens aus. China kann seine Nachfrageprobleme deshalb nicht dauerhaft exportieren, ohne neue Handelskonflikte zu erzeugen. Auch künstliche Intelligenz bietet keinen einfachen Ausweg. Sie kann Entwicklungszeiten verkürzen, Fabriken effizienter machen, Logistik optimieren und den Mangel an Arbeitskräften teilweise ausgleichen. Gerade angesichts der alternden Bevölkerung ist Automatisierung für China wirtschaftlich unverzichtbar. Im Mai 2026 stieg die Produktion von Industrierobotern gegenüber dem Vorjahr um 27,9 Prozent. Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien nahm sogar um 40 Prozent zu.

Doch höhere Produktivität ist nicht dasselbe wie höhere Nachfrage. Eine KI kann Kosten senken, aber sie kann einer verunsicherten Familie nicht die Sorge vor Arbeitslosigkeit nehmen. Ein Roboter kann fehlende Arbeitskräfte in einer Fabrik ersetzen, aber er zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge und kauft keine Wohnung. Ein Algorithmus kann Konsumvorlieben analysieren, aber er kann kein Vertrauen in ein angeschlagenes Immobilienprojekt schaffen.

Unter ungünstigen Bedingungen könnte die schnelle Automatisierung das Nachfrageproblem sogar verschärfen. Werden Arbeitsplätze schneller ersetzt, als neue und gut bezahlte Tätigkeiten entstehen, wächst die Unsicherheit. Fließen die Produktivitätsgewinne überwiegend an Unternehmen, staatliche Institutionen oder Kapitaleigner, während die verfügbaren Einkommen der Haushalte nur langsam steigen, bleibt der Konsum schwach.

Technologischer Fortschritt kann eine alternde Gesellschaft produktiver machen. Er kann die Gesellschaft jedoch nicht verjüngen. Im Jahr 2025 wurden in China nur noch 7,92 Millionen Kinder geboren. Gleichzeitig starben 11,31 Millionen Menschen. Die Bevölkerung schrumpfte innerhalb eines Jahres um 3,39 Millionen und damit bereits das vierte Jahr in Folge. Rund 23 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen mindestens 60 Jahre alt.

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung reichen weit über den Arbeitsmarkt hinaus. Weniger junge Menschen bedeuten langfristig weniger Erstkäufer von Wohnungen, weniger Familiengründungen und eine geringere Nachfrage nach Möbeln, Haushaltsgeräten, Bildungsangeboten und vielen anderen Gütern. Zugleich steigen die Ausgaben für Renten, Gesundheit und Pflege.

Ältere Menschen konsumieren durchaus, allerdings in einer anderen Zusammensetzung. Zudem sparen viele Haushalte besonders stark, wenn sie nicht wissen, ob Renten, Krankenversicherung und Pflegeleistungen im Alter ausreichen werden. Eine alternde Gesellschaft mit lückenhafter sozialer Absicherung entwickelt daher nicht automatisch einen kräftigen Binnenkonsum.

Die chinesische Regierung versucht sinnvoll gegenzusteuern. Sie fördert den Austausch alter Autos und Haushaltsgeräte, erleichtert Immobilienkäufe, unterstützt Familien mit Kindern und verbessert die Erstattung von Kosten rund um Schwangerschaft und Geburt. Sie lässt Banken Kredite verlängern, organisiert Umschuldungen für lokale Verwaltungen und versucht, die Fertigstellung bereits verkaufter Wohnungen zu sichern. Solche Maßnahmen können einzelne Belastungen mildern. Sie ersetzen jedoch keine umfassende Neuordnung des Wirtschaftsmodells. Kaufprämien ziehen häufig lediglich Anschaffungen vor, die später fehlen. Günstigere Kredite helfen wenig, wenn Unternehmen und Haushalte keine neuen Schulden aufnehmen wollen. Staatlich angeordnete Investitionen können die Wirtschaftsleistung erhöhen, schaffen aber nicht zwangsläufig profitable Projekte oder dauerhaft höhere Einkommen.

Für einen nachhaltigen Ausweg müsste China einen größeren Teil seiner wirtschaftlichen Ressourcen unmittelbar den privaten Haushalten zugutekommen lassen. Dazu gehören verlässlichere Renten, eine breitere Gesundheitsversorgung, eine stärkere Arbeitslosenversicherung und bessere öffentliche Leistungen für Wanderarbeiter. Auch das System der Haushaltsregistrierung müsste weiter reformiert werden, damit Millionen Menschen dort vollständigen Zugang zu Schulen, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten, wo sie tatsächlich leben und arbeiten.

Ebenso entscheidend wäre eine glaubwürdige Bereinigung des Immobilienmarktes. Bereits bezahlte Wohnungen müssten fertiggestellt, nicht überlebensfähige Entwickler geordnet abgewickelt und Verluste transparent verteilt werden. Solange problematische Kredite verlängert und überschüssige Projekte künstlich am Leben gehalten werden, bleibt Kapital in unproduktiven Bereichen gebunden.

Eine solche Neuorientierung wäre wirtschaftlich sinnvoll, politisch aber anspruchsvoll. Mehr Geld für Haushalte bedeutet weniger Geld für andere Prioritäten. Eine stärkere soziale Absicherung würde den finanziellen Spielraum für Industrieprogramme, Infrastrukturprojekte und strategische Technologieinvestitionen einschränken. Eine konsequente Marktbereinigung würde Arbeitsplätze kosten und könnte regionale Regierungen sowie staatlich verbundene Unternehmen treffen.

Deshalb setzt Peking bislang vor allem auf eine Mischung aus technologischem Fortschritt, gezielter Förderung und schrittweiser Stabilisierung. Dieses Vorgehen verhindert möglicherweise einen abrupten Absturz. Es beseitigt jedoch nicht die grundlegende Schieflage.

Von einem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch Chinas kann keine Rede sein. Die Wirtschaft wuchs 2025 offiziell um 5 Prozent. Auch im ersten Quartal 2026 wurde ein Wachstum von 5 Prozent erreicht. Internationale Prognosen gehen für das Gesamtjahr weiterhin von einem Zuwachs von deutlich mehr als 4 Prozent aus. China verfügt über hohe Ersparnisse, leistungsfähige Unternehmen, moderne Infrastruktur und erhebliche staatliche Steuerungsmöglichkeiten.

Entscheidend ist jedoch nicht allein, wie groß das Wachstum ausfällt, sondern woher es kommt. Wird es dauerhaft von Exporten, staatlichen Investitionen und immer größeren Produktionskapazitäten getragen, während der private Konsum zurückbleibt, wird das Modell zunehmend kostspielig. Gewinne sinken, Schulden steigen und Handelspartner reagieren mit Abwehrmaßnahmen. China besitzt die Technologie, um hervorragende Autos zu bauen, Fabriken zu automatisieren und leistungsfähige KI-Systeme zu entwickeln. Was dem Land fehlt, ist ein verlässlicher Mechanismus, der Produktivität in breite wirtschaftliche Sicherheit übersetzt. Erst wenn Haushalte darauf vertrauen können, dass Arbeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Alter finanzierbar bleiben, werden sie weniger sparen und mehr konsumieren.

BYD kann Fahrzeuge produzieren. Künstliche Intelligenz kann Prozesse optimieren. Beides kann Chinas Wirtschaft modernisieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Doch weder ein Elektroauto noch ein Algorithmus kann eine Sozialversicherung ersetzen, einen verlorenen Immobilienwert zurückbringen oder den Wunsch nach Familiengründung staatlich erzeugen.

Chinas größtes wirtschaftliches Problem ist deshalb kein Mangel an Technologie. Es ist ein Mangel an Vertrauen. Solange dieses Vertrauen nicht zurückkehrt, bleibt der technologische Aufstieg beeindruckend, aber unvollständig.



Vorgestellt


WakeBASE-Sprung vom Dubai Infinity Pool

Das Projekt mit dem Namen "WakeBASE" beinhaltete eine einzigartige Kombination aus Drohnen-Wakeskating und BASE-Jumping.Schauplatz dieses Kunststücks war das Address Beach Resort in Dubai, dessen Infinity-Pool 294 Meter über dem Meeresspiegel liegt und damit den Guinness-Weltrekord hält.Grubbs Herausforderung begann mit einem 94 Meter langen Wakeskating über den Pool auf dem Dach, wobei er von einer speziell entwickelten Drohne gezogen wurde.Der Stunt gipfelte in einem BASE-Sprung vom Rand des Pools, bei dem Grubb 77 Stockwerke hinabsprang, bevor er erfolgreich am Strand landete. Diese Leistung war die Verwirklichung von Grubbs siebenjährigem Traum und ein historischer Meilenstein im Extremsport.Um sich auf "WakeBASE" vorzubereiten, unterzog sich Grubb einem rigorosen Training mit der BASE-Sprunglegende Miles Daisher.Obwohl er im Dezember 2022 erst 26 BASE-Sprünge absolviert hatte, absolvierte Grubb 106 Sprünge während seines Trainings, das in Idaho, USA, und Lauterbrunnen, Schweiz, einem renommierten BASE-Sprungort, stattfand.Das Projekt umfasste auch eine Partnerschaft mit Prada, das maßgeschneiderte, für die Anforderungen von Wakeskating und BASE-Jumping optimierte Kleidung zur Verfügung stellte.Die Drohne, die bei diesem Stunt zum Einsatz kam, wurde von einem Team unter der Leitung von Sebastian Stare mit spezieller Hard- und Software entwickelt, die auf die Anforderungen von "WakeBASE" zugeschnitten ist.Die Wahl des Address Beach Resorts in Dubai war von strategischer Bedeutung, da der hohe Infinity-Pool und das architektonische Layout sowohl für den Wakeskate-Lauf als auch für den BASE-Sprung ideal waren.

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Russlands Energie am Limit

Als am 6. Juli die Omsker Ölraffinerie in Sibirien von ukrainischen Drohnen getroffen wurde, verschob sich die Reichweite des Energiekriegs erneut. Die Anlage liegt rund 2.700 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt. Sie ist nicht irgendein Industriebetrieb, sondern Russlands größte Raffinerie und der wichtigste Produzent von Benzin im Land. Nach dem Angriff kam die Verarbeitung zum Stillstand. Eine zentrale Rohöldestillationsanlage, die etwa 38 Prozent der Kapazität ausmacht, wurde beschädigt. Eine zweite Einheit mit weiteren 37 Prozent fiel aus, weil wichtige Leitungs- und Netzverbindungen getroffen waren. Damit wurde aus einem spektakulären Fernangriff ein unmittelbares Versorgungsproblem.Omsk steht für die neue Qualität der ukrainischen Kampagne und das ist gut so. Kiew greift nicht mehr nur grenznahe Tanklager und kleinere Raffinerien an, sondern verfolgt eine systematische Strategie gegen die gesamte Wertschöpfungskette des russischen Ölsektors. Im Visier stehen Rohölverarbeitung, Lager, Pumpstationen, Exportterminals und zunehmend auch Tanker des russischen Terrorstaates. Seit Ende März 2026 wurden mehr als 50 Angriffe auf Raffinerien, Depots, Terminals und andere Ölanlagen gemeldet. Viele Ziele wurden wiederholt attackiert. Gerade diese Wiederholungen sind entscheidend, weil sie Reparaturen verzögern, Schutzkräfte binden und die Unsicherheit über künftige Ausfälle erhöhen.Der sichtbare Schaden konzentriert sich bislang vor allem auf die Raffinerien. Russland fördert weiterhin große Mengen Rohöl und kann erhebliche Volumen exportieren. Doch Rohöl allein treibt weder Lastwagen noch Panzer, Flugzeuge oder Erntemaschinen an. Dafür muss es zu Benzin, Diesel, Kerosin und weiteren Produkten verarbeitet werden. Raffinerien sind komplexe Verbundsysteme. Wird eine zentrale Destillations-, Crack- oder Hydrieranlage zerstört, kann der übrige Betrieb oft nicht einfach weiterlaufen. Selbst wenn Tanks, Rohrleitungen und Nebengebäude unbeschädigt bleiben, reicht der Ausfall eines Engpasses, um große Teile einer Anlage stillzulegen.Wie verwundbar diese Struktur geworden ist, zeigt die Raffinerie am südlichen Rand Moskaus. Sie wurde im Juni zweimal getroffen und ist der wichtigste Treibstofflieferant für die Hauptstadtregion. Die Schäden gelten als so schwer, dass die Reparatur mindestens ein halbes Jahr dauern dürfte. Auch die Raffinerie NORSI bei Nischni Nowgorod, die zu den größten Anlagen des Landes und zu den wichtigsten Benzinproduzenten gehört, musste nach Treffern die Rohölverarbeitung unterbrechen. In Saratow wurde Anfang Juli die einzige primäre Verarbeitungsanlage getroffen. Der Betrieb kam dort bereits zum dritten Mal in diesem Jahr nach einem Drohnenangriff zum Erliegen. Hinzu kommen Attacken auf hochmoderne Anlagen in Tatarstan sowie auf Pumpstationen und Schiffe im Asowschen Meer.Die Summe dieser Ausfälle hat die russische Treibstoffproduktion deutlich gedrückt. Im Juni sank die Verarbeitung von Rohöl gegenüber dem Vorjahr um etwa 25 Prozent auf rund 3,95 Millionen Barrel täglich. Das war der niedrigste Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Benzinproduktion verringerte sich um rund 17 Prozent auf etwa 850.000 Barrel pro Tag. Branchenbeobachter schätzen, dass zeitweise ungefähr ein Drittel der russischen Raffineriekapazität außer Betrieb war. Die genaue Quote schwankt, weil Anlagen teilweise wieder anlaufen, andere kurz darauf erneut getroffen werden und russische Unternehmen nur begrenzt über das Ausmaß der Schäden informieren.Für die Bevölkerung ist die Krise inzwischen an den Tankstellen sichtbar. In zahlreichen Regionen gelten Abgabebeschränkungen, lange Schlangen und zeitweise geschlossene Zapfsäulen gehören zum Alltag. Besonders angespannt ist die Lage auf der von Russland besetzten Krim, in Teilen Südrusslands und in weit entfernten Regionen Sibiriens. Selbst Moskau, das wirtschaftliche Schocks gewöhnlich länger abfedern kann als die Provinz, blieb nicht verschont. An unabhängigen Tankstellen stiegen die Preise für einzelne Benzinsorten zeitweise auf mehr als 100 Rubel je Liter. Große Ölkonzerne hielten ihre Preise vielerorts niedriger, konnten die Nachfrage aber nicht immer bedienen.Die Reaktion der Despoten im Kreml offenbaren den Ernst der Lage. Benzinexporte wurden beschränkt, die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis Ende November gestoppt und Anfang Juli ein umfassender Diesel-Exportstopp bis zum Monatsende verhängt, die Menschen warten teiuls zwei Tage auf ein paar Liter Benzin oder Diesel. Zugleich begann Russland, zusätzliche Treibstofflieferungen aus dem Ausland zu organisieren. Benzin aus Indien und Kasachstan soll Engpässe lindern. Dass einer der größten Ölproduzenten der Welt auf Importe raffinierter Produkte angewiesen ist, bedeutet noch keinen Zusammenbruch. Es zeigt jedoch, dass die Schwachstelle nicht unter der Erde liegt, sondern in der Verarbeitung und Verteilung.Auf den ersten Blick scheint Russland den Ausfall der Raffinerien sogar durch höhere Rohölexporte kompensieren zu können. Die Verschiffungen über die westlichen Häfen erreichten im Juni mit annähernd drei Millionen Barrel täglich einen Rekord. Dieser Anstieg ist jedoch kein eindeutiges Zeichen von Stärke. Er ist vor allem die Folge davon, dass weniger Rohöl im Inland verarbeitet werden kann. Was nicht zu Benzin oder Diesel veredelt wird, muss als Rohstoff verkauft, eingelagert oder die Förderung muss gedrosselt werden. Rohöl bringt in der Regel weniger Wertschöpfung als raffinierte Produkte. Zusätzliche Mengen erhöhen zudem den Preisdruck auf russische Sorten, während Hafen- und Transportkapazitäten natürliche Grenzen setzen.Damit trifft die ukrainische Strategie auf eine Wirtschaft, die ohnehin an Tempo verliert. Nach dem kriegsgetriebenen Wachstum der vergangenen Jahre schrumpfte die russische Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr bewegen sich aktuelle Prognosen nur noch grob zwischen 0,4 und 1,1 Prozent Wachstum. Die russische Zentralbank hält den Leitzins trotz erster Senkungen bei 14,25 Prozent. Die Inflation lag im Mai bei 5,3 Prozent. Treibstoffknappheit, höhere Logistikkosten und staatliche Mehrausgaben können den Preisdruck erneut verstärken und weitere Zinssenkungen erschweren.Das zentrale Problem der russischen Kriegswirtschaft ist deshalb nicht ein einzelner brennender Tank, sondern die Gleichzeitigkeit mehrerer Engpässe. Der Staat benötigt immer mehr Geld für Rüstung, Sold, Entschädigungen, innere Sicherheit und den Schutz kritischer Infrastruktur. Gleichzeitig fehlen Arbeitskräfte, moderne Maschinen, Spezialkomponenten und günstiges Kapital. Die niedrige Arbeitslosigkeit sieht auf dem Papier positiv aus, ist in einer mobilisierten Kriegswirtschaft aber auch Ausdruck eines erschöpften Arbeitsmarktes. Unternehmen konkurrieren mit dem Militär und der Rüstungsindustrie um Personal. Hohe Löhne in kriegsnahen Branchen treiben die Kosten, ohne automatisch die zivile Produktivität zu erhöhen.Auch der Staatshaushalt verliert an Spielraum. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 belief sich das Defizit auf rund 5,73 Billionen Rubel oder 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Damit lag das Minus bereits deutlich über dem für das gesamte Jahr vorgesehenen Ziel von 1,6 Prozent. Die Einnahmen aus Öl und Gas waren in den ersten fünf Monaten trotz zeitweise höherer Weltmarktpreise etwa 30 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Schon 2025 waren diese Einnahmen um 24 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2020 gefallen. Dafür sind nicht allein die Drohnenangriffe verantwortlich. Niedrigere Preise für russisches Öl, hohe Abschläge, Sanktionen, Wechselkurseffekte und Veränderungen bei den wichtigsten Käufern spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Angriffe verschärfen jedoch genau jene Schwäche, die für den Haushalt am empfindlichsten ist.Gleichzeitig sind die frei verfügbaren Reserven des Nationalen Wohlstandsfonds stark geschrumpft. Die liquiden Mittel entsprachen im April nur noch etwa 1,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zu Beginn des umfassenden Krieges waren es 6,5 Prozent. Russland verfügt weiterhin über Steuereinnahmen, staatlich kontrollierte Banken, eine vergleichsweise niedrige Staatsverschuldung und die Möglichkeit, Unternehmen zu verpflichten oder Kapitalströme zu lenken. Der Kreml kann deshalb noch lange Mittel mobilisieren. Doch jede zusätzliche Finanzierung geht stärker zulasten von Investitionen, Konsum, Regionen und privaten Unternehmen.Besonders heikel ist die Belastung des russischen Bankensystems. Ein wachsender Teil der Kriegsfinanzierung läuft außerhalb des regulären Haushalts über staatlich gelenkte Kredite und bevorzugte Finanzierung für Rüstungsbetriebe. Solange Produktion, Aufträge und Rückzahlungen funktionieren, kann dieses Modell stabil wirken. Werden jedoch Unternehmen durch hohe Zinsen, sinkende Nachfrage oder staatlich vorgegebene Investitionen überfordert, steigen die Risiken in den Bankbilanzen. Der Energieengpass wirkt hier wie ein Verstärker: Er verteuert Transporte und Produktion, bindet zusätzliches Kapital für Reparaturen und zwingt den Staat zu Subventionen, Preisbremsen oder Importen.Trotzdem wäre es falsch, bereits von einer vollständig zerstörten russischen Energieindustrie zu sprechen. Russland besitzt ein weit verzweigtes Netz aus Förderfeldern, Raffinerien, Pipelines, Depots und Häfen. Viele Anlagen wurden in der Sowjetzeit mit beträchtlichen Reservekapazitäten gebaut. Reparaturteams können Schäden oft schneller beheben, als es Außenstehende erwarten. Der Staat priorisiert Militär, Landwirtschaft und systemrelevante Betriebe und kann Knappheit auf private Verbraucher abwälzen. Zudem profitiert Moskau weiterhin von Exportbeziehungen zu China, Indien und anderen Abnehmern.Doch die bisherige Widerstandsfähigkeit wird teurer. Moderne Raffinerien enthalten Technik, Katalysatoren und Steuerungssysteme, die vor dem Krieg häufig aus westlichen Ländern stammten. Sanktionen erschweren die Beschaffung, verlängern Reparaturen und erhöhen die Abhängigkeit von Ersatzlösungen aus China oder von Eigenentwicklungen. Noch wichtiger ist die neue Reichweite der ukrainischen Drohnen. Wenn selbst Omsk nicht mehr außerhalb des Gefahrenraums liegt, muss Russland seine Luftverteidigung über ein riesiges Territorium verteilen. Jede Raffinerie, jeder Hafen und jede Pumpstation kann geschützt werden, aber nicht überall gleichzeitig und nicht gegen jede Angriffswelle.Der Energiekrieg bleibt zugleich keine Einbahnstraße. Russlands Diktator Wladimir Putin (73) lässt sein Jahren Kraftwerke, Umspannwerke, Gasinfrastruktur und Wärmeerzeugung in der Ukraine angreifen. Diese Terror-Angriffe haben das ukrainische Stromsystem schwer beschädigt und die Zivilbevölkerung wiederholt mit Ausfällen belastet. Die ukrainische Antwort zielt stärker auf Russlands Ölverarbeitung, Logistik und Exportfähigkeit. Beide Seiten versuchen, die industrielle Durchhaltefähigkeit des Gegners zu schwächen. Der Unterschied liegt vor allem in den verfügbaren Mitteln und in der wirtschaftlichen Funktion der Ziele.Für Kiew ist die Kampagne attraktiv, weil vergleichsweise günstige Langstreckendrohnen Anlagen treffen können, deren Ausfall Schäden in Millionen- oder Milliardenhöhe verursacht. Der militärische Effekt entsteht nicht nur durch fehlenden Treibstoff an der Front. Russland muss Flugabwehr, Personal und Reparaturkapazitäten aus anderen Bereichen abziehen. Der wirtschaftliche Effekt entsteht durch Produktionsausfälle, Preissteigerungen, geringere Exporterlöse und zusätzliche Staatsausgaben. Der politische Effekt zeigt sich dort, wo der Krieg den Alltag russischer Bürger spürbar erreicht, etwa in Form leerer Zapfsäulen, rationierter Mengen und steigender Preise.Man kann daher mit Fug und Recht sagen: Der Krieg ist bei den Russen angekommen und er wird massiv spürbar, ein Krieg den ein wahnsinniger Kriegsverbrecher und Massenmörder, Wladimir Putin, ohne Sinn und Verstand vom Zaun gebrochen hat und für den die Russen nun die Zeche zahlen.Ob daraus strategischer Zwang entsteht, hängt vor allem von der Dauer ab. Einzelne Anlagen lassen sich reparieren, Lieferströme umleiten und Engpässe durch Importe überbrücken. Eine dauerhaft hohe Angriffstaktung kann jedoch verhindern, dass das System zur Normalität zurückkehrt. Werden zugleich Exportterminals, Pipelines und besonders schwer ersetzbare Raffinerieeinheiten getroffen, sinkt die Fähigkeit Moskaus, Verluste durch bloße Verschiebung von Rohöl auszugleichen. Dann würde aus einer Treibstoffkrise ein tieferer Einnahme- und Produktionsschock.Die Wirtschaft des russischen Terrorstaat steht deshalb nicht unmittelbar vor dem Kollaps, aber sie operiert mit deutlich kleineren Sicherheitsmargen. Die Ukraine hat die Energieindustrie nicht vollständig zerstört. Sie hat jedoch gezeigt, dass selbst die stärksten und am weitesten entfernten Teile dieses Sektors verwundbar sind. Jeder neue Treffer zwingt den Kreml zu einer kostspieligen Entscheidung zwischen Reparatur, Schutz, Import, Exportverzicht und weiterer Belastung des Haushalts. Genau darin liegt die strategische Wirkung der Kampagne: Sie nimmt Russland nicht mit einem Schlag die Energie, sondern erhöht fortlaufend den Preis dafür, den Krieg und die eigene Wirtschaft gleichzeitig am Laufen zu halten.  (M.Motin)