Dubai Telegraph - Trumps Rohstoffstrategie

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Trumps Rohstoffstrategie




Afrika ist heute ein zentrales Schlachtfeld des neuen geostrategischen Wettbewerbs zwischen den Grossmächten. Der Kontinent verfügt über rund dreißig Prozent der weltweit bekannten Vorräte an Kobalt, Lithium, Seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen, die für Batterien, Computerchips und Energiewende unverzichtbar sind. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat China in Afrika massiv investiert, Häfen und Eisenbahnen gebaut, billige Kredite vergeben und den Handel ausgeweitet. Bereits 2023 handelten 52 der 54 afrikanischen Staaten mehr mit China als mit den USA, und 2024 erreichte der bilaterale Handel mit Afrika einen Rekord von 295 Milliarden US‑Dollar. Peking hat im Juni 2025 sogar eine zollfreie Handelsregelung für 53 der 54 afrikanischen Staaten eingeführt. Dadurch erscheint Chinas Einfluss vielerorts positiv – in einer Umfrage der panafrikanischen Organisation Afrobarometer bewerteten 60 Prozent der Befragten die chinesische Rolle als positiv, während die USA auf 53 Prozent kamen.

US‑Präsident Donald Trump betrachtet diese Entwicklung als Gefahr für die amerikanische Vormachtstellung. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 verfolgt er eine Politik, die die USA wieder zum führenden Partner Afrikas machen soll. Kritikerinnen und Kritiker sprechen jedoch von einer „neuen Kolonialisierung“, weil Washington dabei vor allem die Ausbeutung von Rohstoffen, militärische Interessen und migrationspolitische Forderungen in den Mittelpunkt stellt. Viele der Maßnahmen erinnern an den Kalten Krieg: Wirtschaftliche Einflusszonen werden neu verteilt, und der Wettbewerb mit China wird offen ausgetragen.

Abkehr von der Entwicklungshilfe
Einen ersten Bruch mit der bisherigen Afrika‑Politik bildete im März 2025 die Ankündigung der Regierung, die Entwicklungsbehörde USAID schrittweise zu schließen. Innerhalb weniger Monate wurden rund 83 Prozent der USAID‑Programme gestrichen und die geplanten US‑Beiträge von 555 Millionen Dollar an die Afrikanische Entwicklungsbank und den Afrikanischen Entwicklungsfonds zurückgezogen. Die Regierung begründete diese Schritte mit dem Ziel, „ineffiziente Ausgaben“ zu beenden und den Privatsektor zu stärken. Für viele afrikanische Länder bedeuteten die Kürzungen jedoch das Ende wichtiger Bildungs‑, Gesundheits‑ und Landwirtschaftsprojekte. Ein in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichter Forschungsbericht warnte, dass fortgesetzte Kürzungen und die mögliche Schließung der Behörde bis 2030 weltweit zu mehr als 14 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen könnten, darunter 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren. USAID hatte in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 91 Millionen Leben gerettet; das abrupte Ende dieser Hilfe schafft eine Lücke, die China und andere Akteure zu füllen versuchen.

Besonders dramatisch sind die Auswirkungen im Gesundheitsbereich. Experten in Washington schätzten, dass der Stopp der US‑Programme zur Bekämpfung von HIV/AIDS – insbesondere des PEPFAR‑Programms – in den nächsten fünf Jahren zwei bis drei Millionen zusätzliche HIV‑bedingte Todesfälle verursachen könnte. In Sambia musste der Gesundheitsminister im Oktober 2025 erklären, dass die Kürzung von 50 Millionen Dollar für Medikamente vorerst keinen Engpass verursachen werde, warnte aber vor Risiken für die Versorgung mit Anti‑Malaria‑, HIV‑ und Tuberkulosemitteln. Viele afrikanische Staatschefs reagierten entsetzt: Zambias Präsident Hakainde Hichilema sprach davon, man sei „auf beiden Wangen geohrfeigt worden“.

„Trade not aid“ – Rohstoffdeals statt Partnerschaft
Gleichzeitig propagiert die Trump‑Regierung das Motto „Handel statt Hilfe“. Beim sogenannten „Mini‑Gipfel“ im Juli 2025 lud Trump die Präsidenten von Gabun, Guinea‑Bissau, Liberia, Mauretanien und Senegal nach Washington ein. Während des Mittagessens pries er Afrikas „sehr wertvolle Böden, großartige Mineralien und bedeutende Ölvorkommen“. Sein Hauptziel sei es, den Zugriff der USA auf Afrikas kritische Mineralien zu sichern. Der Präsident forderte die afrikanischen Gäste außerdem auf, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen und mehr amerikanische Waffen zu kaufen, und versprach im Gegenzug Investitionen US‑amerikanischer Unternehmen. Hilfsprojekte oder Sicherheitsfragen spielten auf dem Gipfel kaum eine Rolle, obwohl Terrorismus und bewaffnete Konflikte im Sahel die Region destabilisieren.

Hinter dem Gipfel steht ein breit angelegter wirtschaftlicher Plan. Das Außenministerium kündigte an, kommerzielle Diplomatie zum Kern der US‑Afrika‑Politik zu machen. Dabei sollen Investitionshemmnisse abgebaut, US‑Unternehmen an afrikanische Märkte herangeführt und Infrastrukturprojekte in rohstoffreichen Ländern gefördert werden. Zugleich wurde der Beitrag der USA zum Millenniums‑Herausforderungsfonds auf null gesetzt, USAID‑Initiativen abgeschafft und die Schließung mehrerer Botschaften in Afrika geprüft. Der Senat veranstaltete Anhörungen über Chinas „bösartigen Einfluss“ in Afrika und kritisierte Peking für seine dominante Stellung in den Lieferketten für kritische Mineralien. Der Regierung zufolge bedroht Chinas Monopol die nationale Sicherheit der USA.

Um alternative Lieferquellen zu sichern, setzt Washington auf den Abschluss von „Mineralien‑Partnerschaften“ mit rohstoffreichen Staaten. Im Mai 2025 unterzeichnete die Regierung ein Abkommen mit der Ukraine, das den USA Vorzugsrechte bei ukrainischen Lithium‑ und Seltenen‑Erden‑Vorkommen einräumt. Einen Monat später vermittelte sie einen Waffenstillstand zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda, um den Zugang zu den umfangreichen Kobalt‑ und Coltan‑Vorkommen im Ostkongo zu erleichtern. Ein weiterer Plan sieht vor, US‑Konzerne an der Erschließung des Lobito‑Korridors zu beteiligen, einer Eisenbahnlinie, die Kongos Rohstoffe zum atlantischen Hafen Lobito in Angola transportieren soll. Kritiker warnen, dass diese Politik Afrika erneut auf die Rolle des Rohstofflieferanten reduziert und dem Kontinent wenig Nutzen bringt.

Visabeschränkungen und Migrationsdeals
Parallel zu den Rohstoffdeals verschärft die Trump‑Regierung ihre migrationspolitischen Maßnahmen – und riskiert damit, Beziehungen zu den gleichen Ländern zu belasten, mit denen sie Geschäfte abschließen möchte. Anfang Juni 2025 verhängte Trump Einreiseverbote gegen Bürgerinnen und Bürger aus zwölf Ländern. Nur wenige Wochen später legte das Außenministerium eine Liste vor, die die Aufnahme von insgesamt 36 Staaten in das Verbot prüft; 26 davon liegen in Afrika. Damit wären künftig mehr als zwei Drittel aller afrikanischen Staaten vom US‑Markt ausgeschlossen. Bereits auf der ersten Liste standen sieben afrikanische Länder, darunter Somalia, Eritrea und Sudan. Der Grund seien angeblich fehlende Sicherheitsstandards und „unzuverlässige Identitätsdokumente“.

Afrikanische Regierungen reagierten empört. Der nigerianische Außenminister Yusuf Tuggar, der 2025 den Vorsitz im Rat der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft innehatte, warnte, dass die geplanten Visabeschränkungen „Geschäfte behindern“ würden. Westafrika sei reich an Energie und Seltenen Erden und wolle mit den USA zusammenarbeiten, doch Visasperren seien ein nichttarifäres Handelshemmnis. Er verwies auf seltene Metalle wie Samarium, die in Nigeria vorkommen und für militärische Magnete und Kernreaktoren benötigt werden. Auch andere Regierungen zeigten sich enttäuscht: Der Präsident von Guinea‑Bissau lehnte es ab, Drittstaatenangehörige aufzunehmen, die aus den USA abgeschoben werden, weil dies seine nationale Politik verletzen würde.

Während der Verhandlungen mit den fünf westafrikanischen Staatschefs im Juli präsentierte die US‑Regierung einen Plan für sogenannte „sichere Drittstaat‑Abkommen“. Demnach sollten Länder wie Liberia und Senegal in den USA ausgewiesene Asylsuchende aus anderen Staaten aufnehmen, bis deren Asylanträge endgültig entschieden seien. Gleichzeitig bekräftigte Trump, man wolle die Politik von „Hilfe zu Handel“ umstellen und die Zahl der Visaüberziehungen verringern. Liberia zeigte sich zwar bereit, ein Aufnahmezentrum zu errichten, viele Details blieben jedoch offen.

Lobbyismus und Rohstoffverträge
Die Aussicht auf Gewinne aus Afrikas Rohstoffen hat einen boomenden Lobbyismus in Washington ausgelöst. Laut einer Untersuchung haben 17 der ärmsten Länder der Welt – darunter Angola, die Demokratische Republik Kongo, Liberia und Mosambik – im ersten Halbjahr 2025 Verträge mit US‑Lobbyfirmen abgeschlossen, von denen einige Verbindungen zur Trump‑Familie haben. Die Verträge im Wert von mehr als 21 Millionen Dollar sollen den Regierungen Zugang zu Rohstoffdeals, militärischer Unterstützung oder Hilfsleistungen verschaffen. Während Washington die Entwicklungshilfe drastisch kürzt, geben arme Länder nun Millionen aus, um in den USA Gehör zu finden.

Dieser Lobby‑Boom ist ein Indikator für die neue Asymmetrie: Statt multilateraler Programme müssen Staaten individuelle Deals aushandeln, oft gegen Zugeständnisse bei Ressourcen und Migration. Afrikanische Beobachter warnen, dass solche „Deals“ die Korruption fördern und die Transparenz untergraben. Gleichzeitig wächst der Unmut darüber, dass die USA von afrikanischen Regierungen die Aufnahme von Migranten fordern, während sie selbst Bürger dieser Länder von der Einreise ausschließen.

Reaktionen aus Afrika und Chancen für China
Viele afrikanische Regierungen, die jahrelang von US‑Hilfsprogrammen profitiert hatten, empfinden den Kurswechsel als Verrat. Der Präsident Sambias warf der US‑Regierung vor, sein Land im Stich zu lassen; Gesundheitsorganisationen warnen vor einem Wiederaufleben von Malaria und HIV. Die Kritik richtet sich aber nicht nur gegen die Hilfskürzungen, sondern auch gegen die Art der neuen Partnerschaften. Beobachter sprechen von „Rohstoff‑Kolonialismus“, weil die USA vor allem an Metallen interessiert seien und kaum auf lokale Wertschöpfung achten.

China füllt die entstehende Lücke geschickt. Peking bot 2025 zollfreien Zugang für fast alle afrikanischen Länder und kündigte neue Infrastrukturkredite an. Gabun, einer der Teilnehmer des US‑Gipfels, ist der zweitgrößte Mangan‑Produzent der Welt; China bezieht 22 Prozent seiner Mangan‑importe aus dem Land und investierte 2024 mehr als 4,3 Milliarden Dollar dort. US‑Exporte nach Gabun beliefen sich hingegen nur auf knapp 297 Millionen Dollar. Gerüchten zufolge prüft Peking sogar die Einrichtung einer Militärbasis an der gabunischen Küste. Viele afrikanische Staaten begrüßen Chinas Engagement, weil es ohne offene politische Bedingungen oder migrationspolitische Forderungen kommt.

Ein neuer Kalter Krieg um Afrika
Trumps zweite Amtszeit markiert einen tiefgreifenden Wandel in der US‑Afrika‑Politik. Mit der Schließung von USAID, drastischen Hilfskürzungen und weitreichenden Visabeschränkungen legt Washington eine Agenda vor, die Afrikas Länder vor die Wahl stellt: Rohstoffe gegen Zugang zum US‑Markt. Der Fokus auf kritische Mineralien, begleitet von Forderungen nach der Aufnahme von Migranten und dem Kauf amerikanischer Waffen, erinnert viele an koloniale Tauschverhältnisse. Zeitgleich intensiviert China seine Wirtschafts‑ und Sicherheitsbeziehungen zum Kontinent und bietet zollfreie Handelsabkommen ohne politische Bedingungen.

Für Afrika beginnt damit ein neuer Kalter Krieg: Es muss zwischen den Angeboten der USA und Chinas abwägen und gleichzeitig eigene Interessen wahren. Einige Regierungen könnten versuchen, beide Großmächte gegeneinander auszuspielen, um bessere Konditionen zu erzielen. Doch langfristig wird entscheidend sein, ob afrikanische Staaten ihre Rohstoffe selbst verarbeiten und damit unabhängiger werden können. Andernfalls droht der Kontinent erneut zur Rohstoffquelle im globalen Machtspiel zu werden – diesmal zwischen Washington und Peking.



Vorgestellt


WakeBASE-Sprung vom Dubai Infinity Pool

Das Projekt mit dem Namen "WakeBASE" beinhaltete eine einzigartige Kombination aus Drohnen-Wakeskating und BASE-Jumping.Schauplatz dieses Kunststücks war das Address Beach Resort in Dubai, dessen Infinity-Pool 294 Meter über dem Meeresspiegel liegt und damit den Guinness-Weltrekord hält.Grubbs Herausforderung begann mit einem 94 Meter langen Wakeskating über den Pool auf dem Dach, wobei er von einer speziell entwickelten Drohne gezogen wurde.Der Stunt gipfelte in einem BASE-Sprung vom Rand des Pools, bei dem Grubb 77 Stockwerke hinabsprang, bevor er erfolgreich am Strand landete. Diese Leistung war die Verwirklichung von Grubbs siebenjährigem Traum und ein historischer Meilenstein im Extremsport.Um sich auf "WakeBASE" vorzubereiten, unterzog sich Grubb einem rigorosen Training mit der BASE-Sprunglegende Miles Daisher.Obwohl er im Dezember 2022 erst 26 BASE-Sprünge absolviert hatte, absolvierte Grubb 106 Sprünge während seines Trainings, das in Idaho, USA, und Lauterbrunnen, Schweiz, einem renommierten BASE-Sprungort, stattfand.Das Projekt umfasste auch eine Partnerschaft mit Prada, das maßgeschneiderte, für die Anforderungen von Wakeskating und BASE-Jumping optimierte Kleidung zur Verfügung stellte.Die Drohne, die bei diesem Stunt zum Einsatz kam, wurde von einem Team unter der Leitung von Sebastian Stare mit spezieller Hard- und Software entwickelt, die auf die Anforderungen von "WakeBASE" zugeschnitten ist.Die Wahl des Address Beach Resorts in Dubai war von strategischer Bedeutung, da der hohe Infinity-Pool und das architektonische Layout sowohl für den Wakeskate-Lauf als auch für den BASE-Sprung ideal waren.

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

Lass dich von Dubai und seinem Zauber überraschen

USA: Trumps Problem mit ICE

Der Tod des Intensivpflegers Alex Pretti in Minneapolis hat die Vereinigten Staaten erschüttert. Der 37‑jährige Krankenpfleger filmte am 24. Januar 2026 im Stadtviertel South Minneapolis einen Einsatz von Bundesbeamten, als mehrere Beamte der US‑Grenzpolizei ihn angriffen. Sie sprühten ihm Pfefferspray ins Gesicht, stießen ihn zu Boden und hielten ihn fest. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass er in der rechten Hand ein Mobiltelefon hält, als ein Beamter ihm eine Pistole aus dem Hosenbund nimmt. Wenige Augenblicke später ruft jemand „Waffe, Waffe“; daraufhin feuert ein anderer Beamter aus nächster Nähe. Innerhalb von fünf Sekunden fallen mindestens zehn Schüsse. Pretti stirbt noch am Tatort.Die Leitung des Heimatschutzministeriums behauptete zunächst, der Pfleger habe mit einer halbautomatischen Pistole eine „Massenschießerei“ geplant. Die Behörden veröffentlichten ein Foto einer Waffe und erklärten, Pretti habe die Beamten bedroht. Präsident Donald Trump nannte ihn auf seiner Online‑Plattform einen „Attentäter“ und verteidigte das Vorgehen der Beamten. Doch Augenzeugenvideos, die von Passanten, unabhängigen Journalisten und lokalen Medien ausgewertet wurden, zeigen ein anderes Bild: Pretti hatte seine Pistole zwar legal bei sich, zog sie aber nie. Stattdessen versuchte er, eine Frau zu schützen, die von Bundesbeamten umgestoßen worden war. Zwei Zeugen legten eidesstattliche Erklärungen ab, in denen sie betonten, Pretti habe nur ein Telefon in der Hand gehabt. Prettis Eltern nannten die offizielle Darstellung „lügnerisch“ und forderten Aufklärung.Der Fall Pretti ereignete sich nur wenige Wochen nach der Tötung von Renée Good am 7. Januar 2026. Die 37‑jährige US‑Bürgerin saß in ihrem Auto auf einer Straße in Minneapolis, als sie von ICE‑Agent Jonathan Ross angehalten wurde. Videoaufnahmen zeigen, dass Ross um das Fahrzeug herumging, bevor er sich vor den Wagen stellte. Als Good langsam vorwärts fuhr, feuerte Ross drei Schüsse ab. Good starb auf der Stelle. Bundesbehörden und der Präsident behaupteten, Ross habe sich verteidigt, weil Good ihn überfahren wollte. Augenzeugen, Journalistinnen und lokale Politiker bestritten diese Version. Die Bürgermeister von Minneapolis und Saint Paul sowie Minnesotas Gouverneur forderten, die Bundesoperation in der Stadt zu beenden.Beide Fälle stehen im Zusammenhang mit Operation Metro Surge, einer Initiative der zweiten Trump‑Administration, bei der US‑Grenzschutzbehörden massiv in amerikanischen Städten eingesetzt werden. Ursprünglich sollte damit die Einwanderungspolitik verschärft und Straftaten eingedämmt werden. In Minneapolis entwickelte sich die Operation jedoch zu einer groß angelegten Machtdemonstration. Bundesbeamte hielten Menschen stundenlang fest, setzten Tränengas gegen Demonstrierende ein und gaben lokale Ermittlerinnen und Ermittlern keinen Zugang zu Tatorten. Nach der Tötung von Renée Good kam es zu landesweiten Protesten und zu Rücktrittsforderungen gegen den Heimatschutzminister. Mehr als ein Dutzend Bundesanwälte legten aus Protest gegen die mangelnde Transparenz der Ermittlungen ihr Amt nieder.Die zweite Tötung binnen weniger Wochen machte die Lage für die Regierung noch schwieriger. Während Trump zu Beginn scharfe Worte gegen Pretti fand, wählte die Sprecherin des Weißen Hauses einige Tage später einen milderen Ton und sprach von einer „Tragödie“. Der Präsident kündigte an, den Fall überprüfen zu lassen, und entsandte den ehemaligen Grenzschutzchef Tom Homan nach Minnesota. Homan selbst steht wegen eines früheren Korruptionsskandals in der Kritik. Gleichzeitig erhielt der Druck auf die Regierung aus dem eigenen Lager Gewicht: Mehrere republikanische Abgeordnete forderten eine unabhängige Untersuchung und äußerten Zweifel an der Darstellung der Behörden.Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, sowie Minnesotas Gouverneur Tim Walz führten Gespräche mit Trump, in denen sie eine Reduzierung des Bundesaufgebots forderten. Laut Walz zeigte sich der Präsident überraschend kooperationsbereit und stimmte zu, die Zahl der Einsatzkräfte zu senken und besser mit den lokalen Behörden zusammenzuarbeiten. Ein Bundesrichter verhandelte parallel über einen Antrag, die Operation in Minneapolis zu stoppen. In Washington drohten demokratische Abgeordnete damit, die Finanzierung des Heimatschutzministeriums zu blockieren, sollte es keine Reformen geben.Die Ereignisse in Minneapolis haben eine größere Debatte angestoßen:Wie weit darf die Bundesmacht gehen? Kritiker sehen in der militarisierten Vorgehensweise der Einwanderungsbehörden eine Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit. Für manche erinnert das Vorgehen an eine „Revolutionsgarde“, mit der sich Trump eine loyale Streitmacht aufbauen wolle. Menschenrechtsorganisationen und Bürgerrechtsgruppen fordern die Auflösung von ICE oder zumindest eine grundlegende Reform. Gleichzeitig verweisen konservative Politiker auf den Kampf gegen illegale Einwanderung und Kriminalität.Die Proteste in Minneapolis und anderen Städten dauern an. An den Tatorten von Renée Good und Alex Pretti entstanden Mahnmale aus Blumen, Kerzen und Botschaften. Gemeindebands spielen dort Lieder wie „Stand By Me“, und Demonstrierende rufen die Namen der Opfer. Viele Bewohner begleiten weiterhin Bundesfahrzeuge, dokumentieren Einsätze auf ihren Handys und helfen Familien, die in Angst vor Deportationen leben. Die Wut über die beiden Todesfälle hat die politische Diskussion verändert: Selbst Mitglieder der konservativen Republikanischen Partei stellen nun offen die Frage, ob Trumps harter Kurs ihm mehr Schaden als Nutzen bringt.Fazit und der Skandal in seiner Gesamtheit:Die brutalen Einsätze der Einwanderungsbehörden in Minneapolis haben die Öffentlichkeit sensibilisiert und zum Umdenken gezwungen. Der Präsident sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, seine eigene Sicherheitsbehörde nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Die Frage, ob die Operationen von ICE und Grenzschutz zum Schutz der Bevölkerung beitragen oder die Gewalt anheizen, wird zum entscheidenden Test für Trumps Führung – und könnte zu einem zentralen Problem für seine politische Zukunft werden.S. D. Schulz