SDAX
173.0200
Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen haben Zollfahnder in einem ehemaligen Gewerbeobjekt in Sachsen-Anhalt eine illegale Zigarettenfabrik gestürmt. Sie beschlagnahmten in Haldensleben unter anderem rund acht Millionen unversteuerte Zigaretten sowie 40 Tonnen Tabak, wie das Zollfahndungsamt im niedersächsischen Hannover am Montag mitteilte. Die kriminellen Betreiber tarnten die Anlage in einem Hallenkomplex auf einem früheren Fabrikgelände demnach aufwändig.
Laut Zoll bauten diese das Objekt "umfangreich" aus und installierten eine "professionelle Geräuschdämmung", um Aufmerksamkeit zu vermeiden. Auch eine Videoüberwachungsanlage war installiert. In dem während der Durchsuchung am Dienstag vergangener Woche verlassenen Objekt befand sich zudem ein Unterkunftsbereich für mutmaßlich mehr als 20 Menschen.
Die Ermittler gingen davon aus, dass Arbeiter dort "über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Bedingungen" ohne Kontakt zur Außenwelt lebten. Die Beschäftigten der illegalen Fabrik hätten die Anlage wohl nicht verlassen dürfen, um in der Umgebung keinen Verdacht zu erregen.
Die acht Millionen in den Komplex gefundenen Zigaretten waren demnach größtenteils fertig für den Transport verpackt, daneben stießen die Einsatzkräfte zudem auf mehr als 300 Paletten mit Vormaterialien wie Filter und Hülsen. Festnahmen gab es bei dem Einsatz, zu dem weitere Durchsuchungen im umliegenden Landkreis Börde gehörten, jedoch nicht.
Den Steuerschaden durch die beschlagnahmten Zigaretten und den in der illegalen Fabrik gefundenen Tabak bezifferte der Zoll auf rund 5,3 Millionen Euro. Die Ermittlungen gegen die Hintermänner dauerten an.
A.Ragab--DT