Dubai Telegraph - Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

EUR -
AED 4.21834
AFN 74.661225
ALL 91.432306
AMD 416.419413
ANG 2.056463
AOA 1054.440663
ARS 1739.601242
AUD 1.608272
AWG 2.06753
AZN 1.957227
BAM 1.955422
BBD 2.310453
BDT 140.872738
BGN 1.933647
BHD 0.432416
BIF 3448.932551
BMD 1.148628
BND 1.465916
BOB 11.270819
BRL 5.906291
BSD 1.147178
BTN 109.921728
BWP 15.556989
BYN 3.470128
BYR 22513.103189
BZD 2.307154
CAD 1.607907
CDF 2654.479062
CHF 0.944743
CLF 0.027911
CLP 1102.062801
CNY 7.693107
CNH 7.700293
COP 3628.597782
CRC 513.200684
CUC 1.148628
CUP 30.438634
CVE 110.243665
CZK 24.347696
DJF 204.280467
DKK 7.475389
DOP 67.706897
DZD 153.990199
EGP 60.011386
ERN 17.229416
ETB 187.378938
FJD 2.545249
FKP 0.85749
GBP 0.857921
GEL 2.990867
GGP 0.85749
GHS 13.215443
GIP 0.85749
GMD 84.42856
GNF 10085.048308
GTQ 8.754306
GYD 240.003554
HKD 9.011042
HNL 30.79504
HRK 7.534658
HTG 149.930985
HUF 364.287725
IDR 20459.4717
ILS 3.487958
IMP 0.85749
INR 110.194179
IQD 1502.809171
IRR 1578903.655694
ISK 139.202636
JEP 0.85749
JMD 181.144944
JOD 0.814422
JPY 180.197158
KES 148.551252
KGS 100.447935
KHR 4649.100291
KMF 491.613064
KPW 1033.765308
KRW 1592.044397
KWD 0.353962
KYD 0.956015
KZT 512.880746
LAK 25706.025284
LBP 102727.519827
LKR 379.706518
LRD 198.461593
LSL 18.650291
LTL 3.391599
LVL 0.694794
LYD 7.28659
MAD 10.868997
MDL 20.161098
MGA 4973.037601
MKD 61.513096
MMK 2411.927194
MNT 4131.777436
MOP 9.269406
MRU 46.150069
MUR 54.640655
MVR 17.746733
MWK 1989.21504
MXN 19.789482
MYR 4.690656
MZN 73.40923
NAD 18.650291
NGN 1529.662418
NIO 42.211831
NOK 10.809019
NPR 175.874964
NZD 1.993627
OMR 0.442634
PAB 1.147178
PEN 3.871151
PGK 5.106012
PHP 72.2606
PKR 317.962167
PLN 4.363465
PYG 6800.683909
QAR 4.193089
RON 5.263476
RSD 117.367287
RUB 96.581309
RWF 1685.17388
SAR 4.316112
SBD 9.18961
SCR 16.119885
SDG 690.903792
SEK 11.290555
SGD 1.465883
SHP 0.858627
SLE 28.314099
SLL 24086.139517
SOS 655.573131
SRD 43.585257
STD 23774.274604
STN 24.49526
SVC 10.038057
SYP 14934.457826
SZL 18.644392
THB 38.275765
TJS 10.582452
TMT 4.031683
TND 3.374547
TOP 2.76562
TRY 56.015171
TTD 7.787493
TWD 36.503811
TZS 3039.911706
UAH 51.253181
UGX 4525.124283
USD 1.148628
UYU 46.131073
UZS 13582.371494
VES 973.444877
VND 29889.590367
VUV 135.48724
WST 3.159056
XAF 655.957
XAG 0.01734
XAU 0.000262
XCD 3.104224
XCG 2.0675
XDR 0.812139
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 271.708303
ZAR 18.688024
ZMK 10339.031894
ZMW 22.547637
ZWL 369.857655
SSP 6560.977546
MXV 2.243573
  • Goldpreis

    25.2000

    4424.9

    +0.57%

  • DAX

    -233.7400

    25304.06

    -0.92%

  • SDAX

    -60.3500

    18106.55

    -0.33%

  • Euro STOXX 50

    -86.7000

    6236.2

    -1.39%

  • TecDAX

    -47.7000

    3948.65

    -1.21%

  • MDAX

    -192.8300

    31083.97

    -0.62%

  • EUR/USD

    0.0010

    1.149

    +0.09%

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt
Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt / Foto: oliver contreras - AFP/Archiv

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

Der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagte israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei Israels Staatschef Isaac Herzog offiziell seine Begnadigung beantragt. Das israelische Präsidialamt sprach nach Erhalt des Schreibens am Sonntag von einem "außergewöhnlichen Antrag". Netanjahu, der bislang jegliches Fehlverhalten bestreitet, begründete den Schritt mit "nationalem Interesse"; der Prozess gegen ihn spalte das Land. Die Opposition dagegen kritisierte Netanjahu scharf wegen eines fehlenden Schuldeingeständnisses und verlangte seinen Rückzug aus dem politischen Leben.

Textgröße:

Herzogs Büro erklärte am Sonntag, es sei sich "bewusst, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Antrag handelt". Nach Einholung "aller relevanten Stellungnahmen" werde der Präsident den Antrag "verantwortungsbewusst und aufrichtig prüfen".

Netanjahu steht wegen drei verschiedener Korruptionsfälle vor Gericht. Ihm und seiner Frau Sara wird zur Last gelegt, Geschenke - darunter Schmuck, Champagner und Zigarren - im Wert von mehr als 260.000 Dollar (rund 223.000 Euro) von Milliardären im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen zu haben. In zwei weiteren Fällen soll er versucht haben, eine für ihn günstigere Berichterstattung mit israelischen Medien auszuhandeln. Netanjahu weist die Vorwürfe zurück.

Der Prozess gegen ihn dauere nun schon fast sechs Jahre und werde "voraussichtlich noch viele weitere Jahre andauern", sagte Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. Zwar wolle er den Prozess bis zum Freispruch fortsetzen, betonte der 76-jährige Regierungschef. "Doch die sicherheitspolitische und politische Realität – das nationale Interesse – gebieten etwas anderes", sagte er.

Der Staat Israel stehe vor "enormen Herausforderungen", führte Netanjahu aus. "Die Fortsetzung des Prozesses spaltet uns im Innern, führt zu heftigen Auseinandersetzungen und vertieft die Gräben."

Mehr als zwei Jahre nach dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist seit 10. Oktober eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Im Zuge der ersten Phase der Waffenruhe hatte die Hamas die letzten überlebenden Geiseln freigelassen. Derzeit sind Gespräche zur Umsetzung der zweiten Phase im Gange, die unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die künftige Verwaltung des Küstengebiets betrifft.

Netanjahu hatte bereits vor dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Überfalls auf Israel, unter massivem politischen Druck gestanden. Der von seiner rechtsreligiösen Regierung vorgeschlagene Umbau der Justiz löste monatelange Massenproteste aus. Trotz des Krieges trieb die Staatsanwaltschaft das Korruptionsverfahren gegen Netanjahu voran.

Netanjahu sagte, "ausschlaggebend" für sein nun eingereichtes Begnadigungsgesuch sei die "unmögliche" Forderung der Justiz nach drei Anhörungen pro Woche. "Ich bin mir sicher, wie viele andere in diesem Land auch, dass ein sofortiges Ende des Verfahrens wesentlich dazu beitragen wird, die Wogen zu glätten und die umfassende Versöhnung zu fördern, die unser Land so dringend braucht", sagte er.

Vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump den israelischen Präsidenten zur vorsorglichen Begnadigung seines Verbündeten Netanjahu aufgefordert. Während er die Unabhängigkeit des israelischen Justizsystems "uneingeschränkt respektiere", glaube er, dass es sich bei dem Prozess gegen Netanjahu um eine "politische und ungerechtfertigte Strafverfolgung" handele, hieß es demnach in Trumps Brief an Herzog.

Trump hatte bereits Mitte Oktober bei seinem Besuch in Israel mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu gesagt: "Zigarren und Champagner - wen interessiert das schon?" An Israels Präsidenten Isaac Herzog gerichtet fragte er in der Knesset, dem israelischen Parlament: "Warum begnadigen Sie ihn nicht?"

Im September hatte Herzog angedeutet, dass er Netanjahu begnadigen könnte. In einem Interview sagte er damals, dass der Fall "die israelische Gesellschaft schwer belastet".

"Sie können Netanjahu keine Begnadigung gewähren, ohne dass er sich schuldig bekannt, Reue gezeigt und sich sofort aus dem politischen Leben zurückgezogen hat", mahnte indes Oppositionschef Jair Lapid in einem Video im Onlinedienst X.

Der linksgerichtete Chef der Partei Die Demokraten, Jair Golan, schloss sich dieser Forderung an. "Nur Schuldige bitten um Begnadigung", schrieb er auf X. Der einzige zur Debatte stehende Kompromiss sei, dass "Netanjahu Verantwortung übernimmt, seine Schuld eingesteht, sich aus der Politik zurückzieht und das Volk und den Staat befreit - nur dann kann Einheit in der Nation erreicht werden".

Aus seiner Regierungskoalition erhielt Netanjahu dagegen Unterstützung. Verteidigungsminister Israel Katz drängte Herzog, die Begnadigung zu gewähren, um "die tiefe Spaltung" im Land zu beenden. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich nutzte die Gelegenheit für einen Angriff auf das "korrupte Justizsystem", das "politische Fälle" gegen Netanjahu "konstruiert" habe.

Netanjahu ist Israels am längsten amtierender Ministerpräsident. Seit 1996 hatte er dieses Amt insgesamt 18 Jahre lang drei Mal inne. Auch bei nächsten Wahlen 2026 will er nach eigenen Angaben erneut kandidieren.

I.Uddin--DT